Leben

11. November Martinstag – „Weihnachten“ von Martina & Moritz

Spätestens, wenn die Kleinen mit Laternen durch die Straßen ziehen, ist den meisten klar: Es ist wieder Martinstag. Alljährlich am 11. November ist es wieder soweit, Stadt und Land werden in stimmungsvolles Laternenlicht getaucht.

Doch was hat es mit diesem Martinstag überhaupt auf sich? Und wieso überhaupt ein Laternenumzug? Und warum essen viele an diesem Tag eine Martinsgans? Wir verraten es Ihnen …


St. Martin – ein Heiliger für viele Fälle  

Es begann recht unspektakulär: Der Legende nach war Martin ein einfacher Soldat, der schon mit 15 Jahren in der römischen Armee diente. Eines Winters traf er auf einen armen Bettler, der ihn um eine milde Gabe anflehte. Martin zögerte nicht lange, zerteilte seinen Mantel mit einem Schwert und überreichte die Hälfte dem Bettelmann, der hoch erfreut davon zog. In der folgenden Nacht erschien ihm dieser Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Für Martin ein Auslöser, sich taufen zu lassen und seinen Soldatendienst zu quittieren. Später wurde er dann vom Papst heiliggesprochen und zu einer Art Allround-Schutzpatron – für Bettler, Soldaten, Waffenschmiede, Winzer, Weber, Schneider und Haustiere. Und da er – so heißt es – am 11. November beerdigt wurde, verdanken wir ihm den Martinstag.

Von Laternen und Gänsen

Warum nun ein Laternenzug? Die genauen Hintergründe sind nicht ganz klar. Doch so viel ist sicher: Lichterprozessionen haben eine lange Tradition (nicht nur) in der christlichen Religion. Dabei symbolisieren Licht und Helligkeit das Gute und Jesus Christus – als Gegenpol zur Dunkelheit, die den Teufel symbolisiert. Am Martinstag sieht dies so aus: Ein Reiter zu Pferde und im Soldatengewand führt den Martinszug an; die Kinder, die ihm mit ihren Laternen folgen, unterstützen ihn dabei, das Böse zu bekämpfen.

Doch wo kommt nun die Martinsgans her? Auch das weiß eine Legende. Martin sollte Bischof werden, was dem bescheidenen Mann nicht ganz recht war. Um der Wahl zu entgehen, versteckte er sich im Gänsestall. Doch das Schnattern der Gänse verriet ihn und er wurde letztendlich doch zum Bischof gewählt. Zur Strafe, so heißt es, landeten die Gänse danach in der Röhre oder auf dem Feuer.  

Das gelingsichere Martinsgans-Rezept 

Sie haben Lust, am 11. November (oder an einem anderen Tag Ihrer Wahl) einen Gänsebraten aufzutischen? Hier ein leckeres Rezept, das übrigens auch an Weihnachten hervorragend schmeckt. Nachzulesen in dem Band „Weihnachten“ der Editions-Essentials-Autoren und TV-Köche Martina & Moritz. Sie möchten mehr wissen? Wie Sie die Gans perfekt vorbereiten oder die Reste auf leckere Weise verarbeiten? Auch das finden Sie in diesem Büchlein.

MARTINSGANS

  • 1 Gans
  • Salz
  • Frisch gemahlener Pfeffer
  • 4 EL getrockneter Beifuß
  • 2 EL getrockneter Majoran
  • 4 EL säuerliche Kochäpfel (z B. Boskoop)
  • 3 Lauchstangen
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Möhre
  • ¼ Sellerieknolle
  • Ca. ½ l Wasser
  • Küchengarn
  1. Den Backofen auf 160 Grad (Heißluft) oder 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  2. Die vorbereitete Gans innen und außen kräftig mit Salz, Pfeffer und der Hälfte des Majorans und Beifuß einreiben.
  3. Die Äpfel vierteln und vom Kerngehäuse befreien. 2 Lauchstangen putzen und in Ringe schneiden. Alles in einer Schüssel mischen, salzen, pfeffern, restliche getrocknete Kräuter und von den Stielen gezupfte Petersilienblätter zugeben.
  4. Die Mischung in die Bauchhöhle der Gans stopfen, Öffnung zunähen oder mit Zahnstochern zustecken und mit Zwirn verschnüren. Flügel und Schenkel so an den Körper schnüren, dass nichts absteht. Die Haut mit einer Gabel an den fettreichen Stellen einstechen, damit das Fett besser ausbraten kann.
  5. Die dritte Lauchstange, Zwiebel, Knoblauchzehen, Möhre, Sellerie und Petersilienstängel waschen, klein schneiden und vermischen. Auf die tiefe Fettpfanne des Backofens streuen.
  6. Die Gans mit der Brust nach oben drauf setzen und mit kochend heißem Wasser übergießen. In den heißen Ofen schieben und diesen sofort herunterschalten, auf 120 Grad bei Heißluft, bzw. 150 Grad bei Ober- und Unterhitze. 4 Stunden lang im Ofen lassen, darauf achten, dass genügend Wasser in der Fettpfanne ist, damit nichts anbrennt.
  7. Nach 4 Stunden die Gans auf einen Rost setzen und mit stark gesalzenem Wasser einpinseln, zurück in den ausgeschalteten Ofen schieben, bis die Sauce fertig ist.
  8. Bratensaft durch ein Sieb in einen Topf mit einer Ausgießschnauze schütten, 1 Minute stehen lassen, damit sich das Fett an der Oberfläche sammeln und man es vorsichtig abgießen kann. Das Wurzelgemüse durch ein Sieb gut ausdrücken.
  9. Backofen auf höchster Stufe oder den Grill einschalten. Gans 5 Minuten vor dem Servieren in den Ofen schieben.
  10. Den entfetteten, klaren Bratensaft auf starkem Feuer sprudelnd einkochen. Bei Bedarf mit dem Mixstab aufschlagen.  
  11. Gans tranchieren: Keulen abtrennen, Flügel und Brust abschneiden, Brustfleisch auslösen und in Scheiben schneiden. Fertig.

Dazu passen Rotkohl und Kartoffelklöße. Guten Appetit!

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